Blaue Fellfarbe?





Blauer Bully?

Bevor Sie sich einen blauen Welpen anschaffen sollten Sie sich auch der Risiken die diese Farbe mit sich bringt bewusst sein.
Seriöse und vernünftige Züchter werden Blaue Hunde nie als Seltenheit und schon gar nicht teuer verkaufen.


Der Grund

Farbmutanten Alopezie


Diese Haarkleiderkrankung kann bei allen Hunderassen auftreten, bei denen verdünnte Fellfarben, vor allem die Fellfarbe "Blau" vorkommt. Man nennt man sie daher auch "blue Dobermann syndrom".

Unter einer Verdünnungsfarbe versteht man eine durch ein (schon vor hunderten von Jahren)mutiertes Gen aufgehellte Grundfarbe, die dadurch heller erscheint.
Die Grundfarbe von blau ist immer schwarz. Bei einem oder teilweise blauen Hund zeigen sich ALLE eigentlich schwarzen Bereiche am Körper auch Lippen, Augenränder und Nase "blau". Hat der Hund noch andersfarbige Fellbereiche, z.B. beim Prager Rattler lohfarbene Abzeichen, bleiben diese immer völlig unverändert. "Blau" kann in verschiedenen Helligkeitsgraden auftreten, von Silbergrau, über Blaugrau, bis ganz dunkles Antrazitblau. Bei einem so dunkelblauen Hund ist es manchmal schwer, als Laie ihn als Blau zu identifizieren. Doch ein Blick auf die Nase kann manchmal hilfreich sein, denn diese ist bei blauen Hunden nie richtig schwarz.


Betroffene Hunde werden immer voll behaart und ohne Symptome geboren, weshalb ein Welpenkäufer nie genau wissen kann, ob der gesunde blaue Welpe, den er erwirbt, gesund bleibt. 

Die ersten Anzeichen für Farbmutanten Alopezie beginnen gewöhnlich zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat. Meist auf der mittleren Rückenlinie wird das Haar licht und zeigt kahle Stellen. Dies kann sich am Kopf, auf den Ohrrückseiten, an der Rute und an den Flanken weiter ausbreiten. Manche Hunde zeigen nur wenige haarlose Stellen, andere können komplett kahl werden. Klinische Untersuchungen sollen ergeben haben, dass dunkelblaue Hunde seltener und wenn dann meist weniger oder später erkranken.
Die betroffenen Stellen sind gewöhnlich schuppig und trocken, ebenso das Haar, das sich strohig anfühlt und leicht bricht. Außerdem können bakterielle Hautinfektionen entstehen, die einer tierärztlichen Behandlung bedürfen.
Die brüchigen Haare rühren daher, dass bei betroffenen Hunden die Farbpigmente im Haarinneren ungewöhnlich vergrößert und miteinander verklumpt sind. Die verklumpten Pigmente zerstören die "Außenschale" des Haares, so dass das Haar brüchig und stumpf wird. Zudem wird angenommen, dass beim Brechen der Haare Nebenprodukte der Pigmentanordnung austreten, welche toxisch (giftig) für den Haarfollikel sind, so dass dieser zerstört wird. Darum können betroffene Haare nicht mehr nachwachsen.


Nicht jeder blaue Hund entwickelt Farbmutanten Alopezie. Es gibt durchaus sehr viele gesunde Exemplare, die nie Haar- oder Hautprobleme entwickeln. Die Ursache dafür ist noch nicht geklärt.
Es gibt bei deutschen Chihuahuazüchtern (angeregt durch das Buch der bekannten Zwerghundezüchterin Biala Gauss) die Theorie, dass NUR aus Verpaarungen von Blau x Blau, Blau x Chocolate, Blau x Lilac und Blau x Schwarz, Alopeziefälle entstünden. Außerdem seien angeblich nur die sehr dunklen Tiere betroffen und die Hellblauen immer gesund. Dies allerdings habe ich durch Erfahrung und Recherchen nicht bestätigt gefunden. Auch aus angeblich unbedenklichen Verpaarungen können blaue Hunde mit Farbmutanten Alopezie fallen und es gibt sowohl helle als auch dunkle blaue Hunde mit dieser Krankheit. Das dürfte ebenso für alle anderen Hunderassen gelten. Besagte kritische Verpaarungen (z.B. Blau X Schwarz) werden z.B. bei anderen Rassen bewusst durchgeführt, weil daraus besonders viele blaue Welpen entstehen. Die Blaue Fellfarbe ist, wenn gesund, sehr schön anzusehen und bei den Welpenkäufern daher sehr beliebt. Es scheint also immer ein Risiko zu sein, mit blauen Hunden zu züchten und es ist nicht voraussagbar, ob ein Tier erkrankt oder nicht. Allerdings sollen bestimmte Blutlinien, besonders stark ingezüchteter besonders betroffen zu sein.
Es scheint so zu sein, dass nicht jede Hunderasse, bei der es die Farbe Blau gibt, gleich häufig an Farbmutanten Alopezie leiden. Bei Dobermännern, Pinschern und auch dem Prager Rattler scheint es auffällig häufig zu Farbmutanten Alopezie zu kommen, weswegen man bei diesen Rassen unbedingt von einer Zucht mit dieser Farbe absehen sollte. Es ist auch erwähnenswert, dass die blaue Fellfarbe im Katalog des Qualzuchtgutachtens zum deutschen Qualzuchtgesetz vertreten ist und daher vom Tierschutz und vom Gesetz sehr kritisch gesehen wird. Manche Rassen, wie der Weimaraner haben allerdings so gut wie gar keine Probleme mit dem Haarkleid. Auch Katzen und Mäuse, die ebenfalls diese Farbgebung haben können, sind niemals von gesundheitlichen Problemen betroffen.


Das Gen für Blau ist rezessiv. Das heißt, die Farbe tritt nur in Erscheinung, wenn zwei Blaugene kombiniert werden. Liegt bei einem Hund nur ein "Blaugen" (d) vor, ist er ein sogenannter "Blaugenträger", trägt also das Gen im Erbgut, kann es vererben, zeigt es selbst jedoch nicht. Verpaart man zwei Blaugenträger, kann es erst zu blauen Welpen kommen, da die beiden Blaugene der Eltern kombiniert wurden(dd).
Im Allgemeinen kann man also nie genau wissen, ob ein Hund Blaugenträger ist, denn man sieht es ihm äußerlich nicht an. Ist in einer Rasse, wie z.B. dem Deutschen Schäferhund Blau eine Fehlfarbe (nicht zulässig für die Zucht), wird sie schon seit Jahrzehnten und seit vielen Generationen herausselektiert. Daher wurden in dieser Rasse Blaugenträger natürlich weniger, aber vereinzelt vererbt sich das rezessive Blaugen bis heute unbemerkt weiter. Und dann und wann werden zufällig zwei Blaugenträger verpaart und es fallen für den Züchter überraschend blaue Welpen.
Selektion allein ist bei Blau also schwer, wenn man die Farbe komplett eliminieren möchte. Weil besonders beim Dobermann so häufig Fälle von Farbmutanten Alopezie vorkommen, hat man mittlerweile einen Gentest  entwickelt, um beim Einzeltier das Vorhandensein eines Blaugens zu identifizieren. So kann der Züchter verhindern, dass zwei Blaugenträger miteinander verpaart werden und so blaue Welpen geboren werden.


Die Wissenschaft nimmt heute an, dass der Grund für die verschieden stark ausgeprägten Fälle von Farbmutanten Alopezie und auch für die komplett gesunden blauen Hunde ein drittes Allel (dl) sein könnte. Demnach hätten blaue Hunde mit gesundem Fell den Genotyp "dd". Tiere mit dem Genotyp "ddl" wären leicht erkrankt. Blaue Hunde mit dem Genotyp "dldl" wären an Farbmutanten Alopezie erkrankt. "Ddl" würde ferner die dunkel pigmentierten Blauen repäsentieren, welche Farbmutanten Alopezie genetisch in sich tragen.

Da das Italienische Windspiel sehr häufig blau ist, aber nur selten an Farbmutanten Alopezie leidet, wäre es ein sehr gutes Beispiel für eine intensive Forschungsstudie, um die oben genannte Theorie zu belegen.



                                                                                                              
Autor J. Boysen

 
                     



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